9A/DK8WG auf IOTA EU-170   Recently updated !

Liebe Funkfreunde und IOTA-Jäger,

OM Claus, DK8WG (F69) ist unter 9A/DK8WG von der Insel Insel Murter IOTA EU-170.

Er wird in der Zeit vom 27.7. – 10-8 auf folgenden QRG QRV sein:

CW 3530 plus minus 5 KHz

SSB 3710 plus minus 5 KHz

CW 7029 plus minus 5 KHz

SSB 7150 plus minus 5 KHz

Natürlich auch auf den anderen Bänder 10; 15; 20 Meter.

OV Meldung von Michael Manns


Zeitlofs-Roßbach: Funk-Immissionen weit unterhalb der Grenzwerte   Recently updated !

Die Bundesnetzagentur (BNetzA) hat am 23. Juli 2015 den abschließenden Bericht ihrer Langzeitmessung von elektromagnetischen Feldern in der bayerischen Gemeinde Zeitlofs-Roßbach veröffentlicht.

Die Messung fand vom 12. Februar bis zum 1. Juni 2015 mit Hilfe des automatischen EMF-Messsystems (AMS) der BNetzA statt.

Grund für die Messung sind andauernde Proteste von Anwohnern, die sich gegen die Amateurfunkanlage eines ortsansässigen Funkamateurs richten (das Funkmagazin berichtete mehrfach). Die Anwohner werfen dem Funkamateur vor, dass die von seiner Anlage ausgehenden elektromagnetischen Felder u.a. zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen geführt hätten.

Die nun veröffentlichten Messergebnisse der BNetzA zeigen, dass die Immissionen von Funkanlagen innerhalb des Ortes "sehr deutlich" unterhalb der zulässigen Grenzwerte liegen. Das gilt auch für die besagte Amateurfunkanlage, die die Grenzwerte nur zu weit weniger als einem Prozent ausschöpfte.

Zusammenfassend heißt es in dem Bericht der BNetzA (Zitat):

"Die im Verlauf des Messeinsatzes an beiden Aufstellorten des Messsystems gemessenen Immissionen von Funkanlagen liegen sowohl für den Frequenzbereich des Amateurfunks als auch in allen anderen Bereichen sehr deutlich unterhalb der in Deutschland geltenden Grenzwerte zum Schutz von Personen in elektromagnetischen Feldern von Funkanlagen.

Im Vergleich mit Einsätzen des AMS an anderen Messorten sind die in Roßbach gemessenen Feldstärken als gering bzw. sehr gering zu bezeichnen. Eine erhöhte Feldstärkebelastung durch örtliche Funkanlagen liegt nicht vor – im Gegenteil – das gemessene Feldstärkeniveau hierzu ist vergleichsweise als sehr gering einzustufen und lag um nahezu das 250-fache (Messort Hochstraße) bzw. fast das 1000-fache (Messort Rhönstraße) unter den geltenden Personenschutzgrenzwerten." (Zitatende)

Der vollständige Bericht der BNetzA, der auch detaillierte, nach Frequenzbereichen aufgeschlüsselte Messergebnissen enthält, kann im Internet unter http://tinyurl.com/zeitlofs-abschlussbericht heruntergeladen werden.

Die gegen den Funkamateur gerichteten Vorgänge in Zeitlofs-Roßbach sind umfassend auf http://osthessenfunk.de/Aktuell/Zeitlofs.html dokumentiert.

– wolf –
© FM-FUNKMAGAZIN


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SSTV Transmit an diesem Wochenende von derInternationalen Weltraumstation ISS

Um den 40. Jahrestag der Apollo-Sojus-Mission zu gedenken, wird die Internationalen Raumstation (RS0ISS), 12 Slow Scan TV (SSTV*) Bilder an diesem Wochenende übertragen . Die Bilder sind so eingestellt, das ab Samstagmorgen, den 18. Juli durchgehend übermittel wird bis zum Sonntag, 19. Juli. Beachten Sie, dass die Angaben vorläufig sind und können Änderungen unterliegen.

Die Bilder werden auf 145,8 MHz übertragen und werden voraussichtlich im PD80 SSTV-Modus mit 3 Minuten Pausen zwischen jeder Übertragung gesendet.

ISS SSTV

*Slow Scan TV (SSTV) ist ein Funkprotokoll, das verwendet wird, um Bilder mit niedriger Auflösung über Funk zu übertragen. Ein RTL-SDR Empfänger mit Software und einer entsprechenden Antenne kann verwendet werden, um diese Bilder von der ISS zu empfangen. Das Signal ist in der Regel sehr stark, so dass selbst eine einfache Dipol oder Langdrahtantenne diese Bilder, wenn ein guter freier Blick auf den Himmel möglich ist, bekommen kann. Als Software empfiehlt sich MMSSTV(Windows) oder QSSTV(Linux)

Internationale Raumstation (ISS) - alle Überflügevom  17. Juli 2015 00:00 bis 26. Juli 2015 00:00

Internationale Raumstation (ISS) – alle Überflüge vom 17. Juli 2015 00:00 bis 26. Juli 2015 00:00


VFDB OV Leer (Z31): Betriebsbesichtigung Weener Plastic 1

An zwei aufeinanderfolgenden Freitagen hatten Mitglieder des VFDB OV Leer (Z31) die Gelegenheit einen Blick auf den Arbeitsplatz unseres Neumitgliedes Bernd (DB5BA) zu werfen. OM Bernd ist als Elektromeister bei der 1960 in Weener gegründeten Weener Plastic Packaging Group angestellt. Er kümmert sich hauptsächlich um (Sonder)-Fertigungsmaschinen in dieser Produktionsstätte.

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Weener Plastic entwickelt und fertigt innovative Kunststoffverpackungen für die Bereiche Körperpflege und Kosmetik, Lebensmittel, Haushalt, Chemie und Pharmazie. Hierzu gehören Kappen und Verschlüsse, Roll-on-Kugeln sowie Tiegel und Flaschen. Zukünftig könnte Weener Plastic auch Hersteller und Lieferant für Tischtennisbälle werden.

Offensichtlich fühlt sich OM Bernd nach dem Weggang vom DARC OV Leer (I07) in seinem neuen Ortsverband sichtlich wohl, denn die Führungen in den Räumlichkeiten seines Arbeitgebers wurden mit Schwung, Elan, guter Laune und spürbarem Sachverstand absolviert. Jeder Fertigungsschritt, alle Montageanlagen, sämtliche Spritzgußmaschinen und alle Produktionsabläufe sowie diverse Räumlichkeiten inklusive Testcenter, Hochregallager und deren Aufgabe und Funktion wurden im Detail erläutert.

Hierzu gehörte auch die Abteilung Werkzeugbau, welche in der Lage ist, hochwertige Formen für jegliche Gießtechnologie zu fertigen und zu warten. Nach einer genauen Prüfung (Validierung) in dem bereits angesprochenen Testcenter werden die gefertigten Werkzeuge zu anderen Weener Plastik-Standorten oder (Fremd)-Produktionsstätten weitergeleitet. Da sich die Marktanforderungen besonders in der Nahrungsmittelindustrie durch die steigende Nachfrage nach Sicherheit und Hygiene verändert haben, ist Qualität und Präzision sowie Reinheit das Gebot der Stunde.

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Nach fast vier Stunden Betriebsführung, welche wegen der besonders hohen Temperaturen – nicht nur im Freien – zum Fitnessprogramm avancierte, wurde der Heimweg mit interessanten Informationen und neuen Erkenntnissen im Gepäck angetreten.

Vielen Dank Bernd, für Dein Engagement.


Jubiläum: 40 Jahre CB-Funk in Deutschland

Der CB-Funk feiert in Deutschland am 1. Juli 2015 sein 40-jähriges Bestehen.

Bereits im Jahre 1974 hatte die Konferenz der europäischen Fernmeldeverwaltungen (CEPT) ihren Mitgliedsländern empfohlen, CB-Sprechfunkanlagen – sogenannte „PR27″-Anlagen – im Frequenzbereich 27005 bis 27135 kHz für jedermann freizugeben.

Das damalige „Bundesministerium für Post- und Fernmeldewesen“ folgte dieser Empfehlung und gab mit Wirkung vom 1. Juli 1975 erstmals zwölf Sprechfunk-Kanäle im 27-MHz-Bereich für die Benutzung durch die Allgemeinheit frei.

Was heute als selbstverständlich erscheint, war damals eine Sensation, denn zuvor durften Funkgeräte nur von sog. „Bedarfsträgern“ wie Behörden, Firmen und Hilfsvereinigungen betrieben werden.

Erlaubt waren „ortsfeste“ CB-Funkanlagen (Feststationen) sowie „bewegliche“ Anlagen (Mobil- und Handfunkgeräte). Feststationen mussten bei der „Post“ angemeldet werden, für den Betrieb erhob die Behörde eine monatliche Gebühr von 15 DM, die zusammen mit der Telefonrechnung eingezogen wurde. Der Betrieb von Mobil- und Handfunkgeräten war anmelde- und gebührenfrei. Es durften nur Geräte benutzt werden, die eine Prüfnummer des damaligen „Fernmeldetechnischen Zentralamtes“ (FTZ) trugen. Die höchstzulässige Sendeleistung betrug max. 0,5 Watt Trägerleistung. Als Modulationsart kam zunächst nur AM zum Einsatz, später auch FM.

Die Freigabe des CB-Funks führte zu einem wahren Boom bei Anwendern und Geräteherstellern, der bis Ende der siebziger Jahre anhielt. Es entstanden zahlreiche Funker-Runden und CB-Vereine. Neben den klassischen Herstellern von Sprechfunkanlagen nutzen auch Produzenten von Unterhaltungselektronik wie Grundig, Philips, Blaupunkt u.a. sowie große Versandhäuser wie Quelle und Neckermann die Gunst der Stunde und boten CB-Funkgeräte unter eigenem Label an.

Nach dem Abflauen des Booms Anfang der achtziger Jahre begannen Überlegungen, wie der CB-Funk attraktiver gemacht werden könnte. Das damalige Postministerium wollte die Modulationsart AM mittelfristig auslaufen lassen und genehmigte im Jahre 1981 CB-Geräte mit 22 Kanälen, die ausschließlich in FM genutzt werden durften. Der (verbotene) Betrieb von Feststationen untereinander sollte durch den Einbau einer „Pilottonsperre“ unterbunden werden. Dieses Vorhaben scheiterte nach kurzer Zeit, weil sich solche Geräte als nahezu unverkäuflich erwiesen. Der 1982 gegründete CB-Dachverband „Deutscher Arbeitskreis für CB- und Notfunk“ (DAKfCBNF), der über gute Kontakte zum Ministerium verfügte, sowie die Gerätehersteller und Behördenvertreter einigten sich schließlich im Jahre 1983 auf einen Kompromiss, der 12 Kanäle AM und 40 Kanäle FM mit Sendeleistungen von 1 bzw. 4 Watt vorsah.

Ende 1993 gab es Gespräche zwischen dem DAKfCBNF und dem Amateurfunk-Verband DARC. Der DAKfCBNF hoffte, Teile des 70cm-Amateurfunkbandes auch für einen CB-Funk nutzen zu können. Die zaghaften Annäherungsversuche endeten im Frühjahr 1994. Der DARC wollte dem Zugang zu Teilen des 70cm-Bandes nur im Rahmen einer Amateurfunk-Einsteigerlizenz zustimmen.

Im Oktober 1994 hielt die Datenübertragung im CB-Funk Einzug: Das inzwischen in „Bundesministerium für Post und Telekommunikation“ (BMPT) umbenannte Ministerium gab zunächst zwei, später zehn Kanäle für die Übertragung von Daten frei. Die CB-Funker verwendeten vorwiegend die Betriebsart Packet Radio; es entstanden umfangreiche CB-Datenfunknetze.

Im Jahre 1995 wagte das BMPT einen „nationalen Alleingang“: Die Behörde gab für den CB-Funk zusätzlich den Frequenzbereich 26565 bis 26955 kHz (Kanal 41 bis 80) in der Modulationsart FM frei. Weil dieser Frequenzbereich nicht europäisch harmonisiert war, bestimmte das BMPT, dass die neuen Kanäle innerhalb sog. Schutzzonen entlang der Grenzen zu den Nachbarländern (Ausnahme: Tschechien) nicht genutzt werden durften.

Ende 1997 sorgte eine geplante „Rufzeichenpflicht“ für Aufregung: Als eine der letzten Amtshandlungen vor seiner Auflösung bestimmte das BMPT, dass bei der Übertragung digitaler Daten im CB-Funk ein von der Behörde oder vom DAKfCBNF zugeteiltes Rufzeichen benutzt werden musste. Dies führte zu erheblichen Protesten bei CB-Funkern. Nur kurze Zeit später, Anfang 1998, nahm die neu gegründete „Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post“ (RegTP) diese Regelung wieder zurück.

Ende Mai 2002 hielt offiziell eine „neue“ Modulationsart im deutschen CB-Funk Einzug: Die RegTP gab SSB frei; zunächst befristet auf 12 Kanälen, später (ab Mai 2005) auf 40 Kanälen.

Eine erhebliche bürokratische und finanzielle Erleichterung für die CB-Funker trat am 1. Januar 2003 in Kraft: Die RegTP erteilte für den CB-Funk eine sog. „Allgemeinzuteilung“. Damit entfiel weitgehend die „Anmeldepflicht“ für solche CB-Funkgeräte, die bisher nur mit Einzel-Frequenzzuteilungen betrieben werden durften. Ebenso entfiel die Pflicht zur Zahlung von jährlichen TKG- und EMVG-Beiträgen für solche Geräte.

Gleichzeitig definierte die Behörde die zulässige Leistung von CB-Funkanlagen neu: Maßgeblich war nicht mehr wie bisher die reale Sendeleistung an der Antennenbuchse des Funkgeräts, sondern die „äquivalente Strahlungsleistung“ (ERP) der gesamten Funkanlage, die auch den Gewinn der Antennenanlage einbezieht. Zunächst konnte noch „hilfsweise“ an der Antennenbuchse gemessen werden und die ERP-Regelung galt nicht für Richtantennen; später entfielen auch diese Erleichterungen.

Anfang 2008 erlaubte die nunmehr für den Hobbyfunk zuständige „Bundesnetzagentur“ (BNetzA) auf bestimmten Kanälen die Sprachübertragung zwischen CB-Funkgeräten über das Internet. Dies führte zur Errichtung von zahlreichen sog. CB-Gateways.

Am 7. Dezember 2011 nahm die BNetzA die vorerst letzte Änderung vor: Sie erhöhte die zulässige Strahlungsleistung für die Modulationsart SSB auf 12 Watt und für AM auf 4 Watt. Damit setzte die Behörde eine Entscheidung der CEPT vom Juni 2011 um. Vorausgegangen waren jahrelange Vorarbeiten in nationalen und internationalen Gremien und die Schaffung einer geänderten CB-Funk-Norm durch das europäische Normungsinstitut ETSI.

Die Anhebung der zulässigen Strahlungsleistung auf 12 Watt für SSB hatte auch Schattenseiten: Dadurch geriet die sog. „Standortbescheinigungspflicht“ wieder in den Blickpunkt der CB-Funker. Sie besagt, dass für den Betrieb einer ortsfesten Sendeanlage mit einer Strahlungsleistung ab 10 Watt EIRP eine von der BNetzA ausgestellte kostenpflichtige „Standortbescheinigung“ erforderlich ist, in der Personenschutz-Sicherheitsabstände rund um die Antenne festgelegt sind. Diese Regelung besteht im Kern schon seit 1992; sie wurde aber von CB-Funkern wegen der bisher erlaubten niedrigen Sendeleistungen weitgehend ignoriert. Kritiker bemängelten, dass Nutzer eines „Jedermannfunks“ nicht zwingend über das Fachwissen verfügen müssen, das zur Berechnung des EIRP-Wertes erforderlich ist. Die BNetzA stellte daraufhin ein Programm zur Berechnung des EIRP-Wertes zum Download bereit.

Die jetzige CB-Funk-Allgemeinzuteilung ist turnusgemäß bis zum 31. Dezember 2015 befristet. Eine Verlängerung steht außer Frage; ob die BNetzA in diesem Zusammenhang nennenswerte Änderungen vornehmen wird, ist derzeit nicht bekannt. Politische Lobbyarbeit von verbliebenen CB-Funk-Vereinigungen und Interessengruppen ist nicht sichtbar.

Über die aktuelle Zahl der CB-Funker in Deutschland gibt es heute keine belastbaren Angaben. Die letzte „offizielle“ Zahl stammt vom 31. Dezember 2002: Damals gab es in Deutschland 164.281 CB-Funk-Einzelfrequenzzuteilungen. Die Nutzerzahlen sind seitdem augenscheinlich stark zurückgegangen, weil Internet und Handy sowie ein erleichterter Zugang zum Amateurfunk neue Kommunikationsmöglichkeiten bieten. Aktivitäten in Internetforen und sozialen Netzwerken zeigen jedoch, dass es nach wie vor eine überschaubare, aber rege CB-Funk-Community gibt.

– wolf – © www.funkmagazin.de


Funkamateur klagte auf Störungsbeseitigung – Klage abgewiesen

Das Oberverwaltungsgericht Nordrhein-Westfalen hat am 15. Mai 2015 endgültig die Klage eines Funkamateurs abgewiesen, der gefordert hatte, die Bundesnetzagentur (BNetzA) solle verpflichtet werden, Störungen seiner Amateurfunkanlage zu beseitigen. Damit bestätigte das Oberverwaltungsgericht ein Urteil des Verwaltungsgerichts Gelsenkirchen vom 3. September 2014.

Der Funkamateur hatte der BNetzA im November 2011 gemeldet, dass seine Amateurfunkanlage durch eine im Hause seines Nachbarn befindliche Halogen-Flurleuchte bzw. deren Trafo gestört wird. Auf dem 160-Meter-Band und insbesondere auf dem 80-Meter-Band sei dadurch Amateurfunkbetrieb unmöglich geworden.

Die BNetzA nahm daraufhin im Mai 2012 und (nach erneuter Aufforderung durch den Funkamateur) im Januar 2013 an einer Flur-Steckdose im Hause des Nachbarn Messungen vor. Ob die Halogenleuchte bzw. der Trafo eine CE-Kennzeichnung aufweisen, konnte nicht festgestellt werden, weil Leuchte und Trafo in die Decke eingelassen und dadurch nicht frei zugänglich waren. Als Ergebnis teilte die BNetzA dem Funkamateur mit, dass die Flurleuchte des Nachbarn im Amateurfunkbereich die Grenzwerte der maßgeblichen Norm DIN EN 55015:2009-11 einhalte. Andere Störquellen seien nicht zu finden. Damit war die Angelegenheit für die Behörde erledigt.

Der Funkamateur war mit diesem Bescheid nicht einverstanden und erhob im Juli 2013 Klage vor dem Verwaltungsgericht Gelsenkirchen. Die Behörde solle dazu verpflichtet werden, die vom Haus des Nachbarn ausgehenden Beeinträchtigungen der Amateurfunkanlage "durch hoheitliche Maßnahmen zu beseitigen".

Er begründete die Klage damit, dass er ein Recht auf die störungsfreie Nutzung des Amateurfunks habe. Dies gehe aus der der EMV-Richtlinie 2004/108/EG (dort Erwägungsgrund 2) sowie aus der Frequenzschutzbeitragsverordnung (FSBeitrV) hervor. Außerdem hätten die Messungen der BNetzA nicht den Vorschriften der angegebenen Norm DIN EN 55015:2009-11 entsprochen, weil sie nicht in einem reflexionsfreien Raum stattgefunden hätten. Auch sei die BNetzA – so die Auffassung des Funkamateurs – verpflichtet gewesen, an seiner Antenne die Störfeldstärke zu messen, denn diese allein sei entscheidend. Zudem sei die Deckenleuchte des Nachbarn eine ortsfeste Anlage, deren ordnungsgemäße Installation nicht nachgewiesen werden könne. Seine Geräte trügen dagegen die CE-Kennzeichnung. Die Entscheidung der BNetzA sei rechtsfehlerhaft.

Das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen folgte in erster Instanz dieser Klagebegründung des Funkamateurs nicht.

Die EMV-Richtlinie 2004/108/EG – so das Gericht – entfalte keine unmittelbare Wirkung, sondern werde durch nationale Vorschriften, insbesondere durch das EMVG, in innerstaatliches Recht umgesetzt. Auch die FSBeitrV enthalte keinen Anspruch auf die Sicherstellung eines störungsfreien Amateurfunks durch die BNetzA. Ob die Flurleuchte eine "ortsfeste Anlage" im Sinne des EMVG ist, sei fraglich. Außerdem begründe der § 14 Abs. 1 Nr. 4 EMVG, der die BNetzA berechtigt, unter bestimmten Voraussetzungen ortsfeste Anlage zu überprüfen und Anordnungen zur Störungsbeseitigung zu treffen, keinen Anspruch auf ein Einschreiten der BNetzA.

Beim Amateurfunk seien – so das Gericht weiter – "dessen Besonderheiten gegenüber anderen Betriebsmitteln im Hinblick auf die elektromagnetische Verträglichkeit zu berücksichtigen". Ein Funkamateur könne gemäß § 7 Abs. 2 AFuG abweichend von den Anforderungen des EMVG den Grad der Störfestigkeit bzw. Empfindlichkeit seiner Geräte selbst bestimmen. In solchen Fällen müsse er dann aber Störungen durch andere Betriebsmittel, die die Anforderungen des § 4 EMVG einhalten, hinnehmen. Entsprechen dagegen sowohl die Geräte des Funkamateurs als auch die anderen Geräte den Anforderungen des EMVG, so ist es Aufgabe der BNetzA, "unter Abwägung der Interessen der Beteiligten Abhilfemaßnahmen mit diesen zu verlassen" (§ 14 Abs. 6 Nr. 4 EMVG).

Die Art der Messungen durch die BNetzA waren nach Auffassung des Gerichts nicht zu beanstanden. Eine Messung im reflexionsfreien Raum sei der Norm DIN EN 55015:2009-11 zufolge nicht zwingend erforderlich.

In den für den Amateurfunk zugelassenen Frequenzbereichen – so das Verwaltungsgericht abschließend – hält die Flurleuchte des Nachbarn die Grenzwerte der DIN EN 55015:2009-11 ein. Frequenzbereiche, in denen die Leuchte die Grenzwerte überschreitet, seien nicht dem Amateurfunk zugewiesen und diese würden vom Funkamateur nach dessen Angaben auch nicht genutzt. Die Beseitigung von Störungen in diesen Frequenzbereichen könne der Funkamateur nicht verlangen.

Die Klage wurde daher abgewiesen.

Gegen dieses Urteil des Verwaltungsgerichts Gelsenkirchen beantragte der Funkamateur Zulassung der Berufung zum Oberverwaltungsgericht Nordrhein-Westfalen.

Das Oberverwaltungsgericht wies den Antrag zurück. Nach Auffassung des Gerichts ergeben sich an der Richtigkeit des Urteils des Verwaltungsgerichts Gelsenkirchen keine ernstlichen Zweifel. Das Urteil ist damit rechtskräftig. Der Beschluss ist unanfechtbar. Der Streitwert wurde auf 5000 Euro festgesetzt. Die Kosten des Verfahrens muss der Funkamateur tragen.

– wolf –

Weiterführende Links:

Volltext des Beschlusses des Oberverwaltungsgerichts Nordrhein-Westfalen vom 15. Mai 2015:

http://www.justiz.nrw.de/nrwe/ovgs/ovg_nrw/j2015/13_A_2134_14_Beschluss_20150515.html

Volltext des Urteils des Verwaltungsgerichts Gelsenkirchen vom 3. September 2014:

http://openjur.de/u/743585.html

© FM-FUNKMAGAZIN

www.funkmagazin.de


Rufzeichenliste als PDF-Download

Die Bundesnetzagentur hat ein PDF-Datei veröffentlicht, welche alle derzeit in Deutschland vergebenen Rufzeichen enthält. Die Liste ist vom 19. Juni 2015 und damit recht aktuell. Die Datei kann auf der Webseite der Bundesnetzagentur heruntergeladen werden.

Zum Download: Rufzeichenliste_19_06_15.pdf


Das umfassendste Nachschlagewerk für Amateur-Radio-Geräte

Auf der Webseite (http://rigreference.com/de) ist das umfassendste Nachschlagewerk für Amateur-Radio-Geräte entstanden. Über 1800 Geräte in 230 Bereichen und Hersteller sind zu finden. Dominiert von den Big Three (Yaesu, Icom and Kenwood) sind auch Software Defined Radio (SDR) und Notfunksysteme zu finden. Zudem finden sich Software , Anleitungen und viele andere Hilfsmittel auf der Seite.