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Suche nach abgestürztem Ballon Deutscher Versuchsballon wird in der Region vermisst

Am Samstag um 14 Uhr verschwand Versuchsballon DL0TTM in der Nähe von Weisslingen vom Radarschirm und wird seither von ein paar deutschen Amateurfunkern sehnlichst vermisst.

Samstag, 26. Juni, 12 Uhr: Der Ballon DL0TTM startet in Friedrichshafen. An Bord sind verschiedene Funksender und Umweltsensoren, damit die Besucher einer Amateurfunk-Messe die Flugbahn live mitverfolgen können und verschiedene Informationen zu Temperatur, Druck, Feuchte und Ozonkonzentration erhalten.
Der Ballon gondelt über den Bodensee und steigt planmässig in die Stratosphäre auf. Über Wängi im Thurgau befindet er sich bereits auf über 28 000 Meter Höhe, der doppelten bis dreifachen Höhe eines Linienflugs. Dann verliert er kontinuierlich an Höhe – laut Dennis Härtig von der Union Schweizerischer Kurzwellen-Amateure ein normales Verhalten, da der Ballon aufgrund des immer geringeren Luftdrucks irgendwann platzt und die Nutzlast mithilfe eines Fallschirms sanft zurück auf die Erde schwebt.
Funkstille nach zwei Stunden

Zwischen Rikon und Weisslingen geht plötzlich etwas schief. Der Flugkörper fällt immer schneller und verliert bis zu 300 Meter in der Minute. Kurz nach 14 Uhr empfängt Friedrichshafen das letzte Funksignal des Senders, in etwa 400 Meter Höhe über dem südlichen Ortsrand von Weisslingen. Dann reisst die Verbindung ab. Seither hörte man vom Versuchsballon nichts mehr. «Möglicherweise sind beim Absturz der Nutzlast die Sender beschädigt worden», schreibt die Union Schweizerischer Kurzwellen-Amateure in einer Mitteilung. Sie wurden vom deutschen Team, das den Ballon fliegen gelassen hat, um Kollegenhilfe angefragt. Die Schweizer Kurzwellen-Amateure wiederum fordern nun die Bevölkerung auf, bei der Suche nach der Nutzlast mitzuhelfen. «Gleich nach dem Absturz ging ein Weisslinger Amateurfunker auf die Suche», so Härtig, «aber da die Nutzlast keine Signale mehr aussendet, ist es sehr schwierig, im Alleingang fündig zu werden.»
Rote Box, roter Fallschirm

Das deutsche Ballonteam vermutet, dass der Ballon mitsamt seiner Nutzlast in einem Waldstück oder in einem Kornfeld unmittelbar südlich oder südwestlich von Weisslingen abgestürzt ist. Gesucht wird eine 40 mal 40 Zentimeter grosse quadratische Box, rot und etwa zwei Kilogramm schwer. Der Fallschirm ist ebenfalls in roter Signalfarbe gefärbt und könnte, falls das Flugobjekt in ein Kornfeld gestürzt ist, die Suche erleichtern.
Der Wert des Versuchsballons ist für die deutschen Funkamateure eher ideeler Natur; «sie haben die Ausrüstung selbst gebaut und möchten die aufgenommenen und gespeicherten Daten nun auswerten», erklärt Härtig.
Flugsicherung genehmigte Zeitfenster

Einem allfälligen Finder rät er übrigens dringend davon ab, die Funkausrüstung einmal selbst auszuprobieren. «Um als Amateurfunker tätig zu sein, braucht man eine Konzession.» Auch der Flugkörper schwebte vor seinem Absturz keines Falls unbemerkt durch den Schweizer Luftraum. Die deutschen Amateurfunker meldeten ihr Vorhaben bei der Flugsicherung an, die ihnen daraufhin ein Zeitfenster für den Versuch zur Verfügung stellte. Dank eines Radarreflektors war der Ballon denn auch die ganze Zeit für Flugsicherung und Piloten sichtbar, bis er eben zwei Stunden nach seinem Start vom Radarschirm verschwand.
Hinweise zum vermissten Versuchsballon nimmt Dennis Härtig von der Union Schweizerischer Kurzwellen-Amateure unter Telefon 0041 76 2349570 oder public@uska.ch entgegen.

Stefan Jäggi (ZO Online)

1 comment to Suche nach abgestürztem Ballon Deutscher Versuchsballon wird in der Region vermisst

  • admin

    *Ballon ist gefunden worden /Finderlohn noch nicht übergeben

    Am Samstag ist in der Nähe von Weisslingen ein Versuchsballon vom Radarschirm verschwunden. Seither wurde er von deutschen Amateurfunkern sehnlichst vermisst. Wie am späten Montagabend bekannt wurde, ist der Ballon inzwischen gefunden – aber noch nicht zurückgegeben worden.

    Das deutsche Ballonteam aus Friedrichshafen kann aufatmen: Der Ballon DL0TTM, der verschiedene Funksender und Umweltsensoren an Bord hat, damit die Besucher einer Amateurfunk-Messe die Flugbahn live mitverfolgen können (wir berichteten), ist offenbar gefunden worden, wie die Projektgruppe am späten Montagabend mitteilte. Allerdings ist die gefundene Nutzlast noch nicht wieder bei ihr eingetroffen.

    Am frühen Montagabend hat die Gruppe um Michael Matthes die Meldung erhalten, dass der Ballon in einem Garten in Weisslingen gefunden wurde. Dies entspreche exakt dem errechneten Absturzgebiet. Ersten Erkenntnissen zufolge war offensichtlich auch direkt eine Person mit Peilempfängern vor Ort, welche die Nutzlast nach dem Absturz vom Finder in Weisslingen entgegen genommen hat.

    Doch bislang haben Michael Matthes und seine Teammitglieder die grosse rote Box noch nicht wieder zurück erhalten. «Da ein möglicher Verlust der Nutzlast auch mit einem grossen ideellen Verlust verbunden wäre, würde sich die Gruppe sehr freuen, wenn sich die Person, welche die Box entgegengenommen hat, umgehend mit der Gruppe in Verbindung setzen würde», heisst es in der Mitteilung weiter. Nur so könne der Finderlohn übergeben werden. (ple)

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